Fragen
Antworten auf häufige Fragen
Hier finden Sie die Fragen, die Hausbesitzer auf dem Land am häufigsten stellen, wenn sie zum ersten Mal mit einer eigenen Abwasseranlage zu tun haben. Die Antworten sind kurz und allgemein: Die genaue Lösung für Ihr Grundstück liefert die Planung, für eine bestehende Anlage deren Anleitung und der Wartungsdienst.
Fast jede besorgte Frage zum Abwasser läuft auf zwei Punkte hinaus: was genau Sie bemerkt haben und wer es prüfen sollte. Anzeichen notieren kann jeder Besitzer, einen Blick in die Anlage werfen sollte nur ein Fachmann.
Wahl des Systems
Worin unterscheidet sich eine Sammelgrube von einer Mehrkammergrube?
Eine Sammelgrube reinigt nichts: Das Abwasser sammelt sich darin, bis ein Saugfahrzeug es abholt. In einer Mehrkammergrube setzt sich das Abwasser ab und wird von anaeroben Bakterien teilweise abgebaut; danach braucht es meist eine Nachreinigung, und der Schlamm wird regelmäßig abgefahren.
Und eine biologische Kleinkläranlage?
Sie nutzt aerobe Bakterien, denen ein Verdichter Luft zuführt. Deshalb hängt die Anlage vom Strom ab und braucht regelmäßige Wartung, reinigt das Wasser aber gründlicher als eine Mehrkammergrube allein.
Kann man ein System anhand von Fotos des Grundstücks wählen?
Nein. Bodenart und Grundwasserstand ermittelt eine Baugrunduntersuchung, und die Abstände zu Brunnen und Wasserentnahmestellen ergeben sich aus den Hygienevorschriften und der Planung. Ohne diese Daten bleibt jeder Rat eine Vermutung.
Wann braucht man eine Hebeanlage?
Wenn sich das Abwasser nicht im Freigefälle ableiten lässt, etwa weil die Anlage oder das Netz höher liegt als der Abwasseraustritt aus dem Haus. Ob Sie eine Hebeanlage brauchen, entscheidet der Fachplaner.
Betrieb und Geruch
Woher kommt der Geruch auf dem Grundstück?
Die Ursachen sind vielfältig: Überfüllung, gestörte Entlüftung, ein Defekt an der Technik, ein beschädigter Deckel. Notieren Sie, wo und wann es riecht, und rufen Sie den Wartungsdienst. Öffnen Sie keine Schächte und steigen Sie nicht hinein: Dort können sich gefährliche Gase sammeln, darunter Schwefelwasserstoff.
Was darf nicht ins Abwasser?
Fette und Öle, Feuchttücher und Hygieneartikel, Katzenstreu, Bauschutt und größere Mengen chlorhaltiger Mittel. Manches verstopft die Leitungen, anderes stört die Bakterien, von denen Mehrkammergrube und Kläranlage abhängen.
Warum läuft das Wasser langsamer ab?
Das kann eine Verstopfung im Haus sein, eine überfüllte Anlage oder eine Störung der Pumpe. Solange die Ursache unklar ist, verbrauchen Sie möglichst wenig Wasser und wenden Sie sich an einen Fachmann.
An der Kläranlage leuchtet die Warnlampe. Was tun?
Sehen Sie in der Anleitung nach: Dort steht meist, was die Meldung bedeutet. Öffnen Sie den Deckel mit der Elektrik nicht selbst und rufen Sie den Wartungsdienst; sagen Sie dabei, seit wann die Meldung anliegt.
Winter und Wartung
Muss man im Herbst etwas an der Anlage tun?
Ja. Vereinbaren Sie rechtzeitig die Entleerung, klären Sie mit dem Wartungsdienst die Stilllegung, falls das Haus leer stehen wird, und prüfen Sie Abdeckungen und Entlüftung von außen. Die genaue Reihenfolge steht im Praxisbeitrag zum Winter.
Kann man die Kläranlage im Winter einfach ausschalten?
Das sollten Sie nicht ohne Anleitung und Wartungsdienst tun. Je nach System unterscheidet sich das Vorgehen, und eine falsche Stilllegung kann Schaden anrichten.
Wie oft muss entleert werden?
Das hängt vom System, von der Zahl der Bewohner und von der Nutzung ab. Einen Anhaltspunkt gibt die Anleitung, genauer sind Ihre eigenen Aufzeichnungen über frühere Entleerungen.
Wem vertraut man die Wartung an?
Einem Betrieb, der Ihr System kennt und es nach Herstelleranleitung betreut. Fragen Sie, was ein Besuch umfasst, und lassen Sie sich die ausgeführten Arbeiten schriftlich bestätigen.
Weiterlesen
- Praxis
Wie Sie die Hausentwässerung winterfest machen, dazu der Katalog praktischer Beiträge.
- Hebeanlagen
Wann Abwasser gepumpt werden muss, woraus eine Hebeanlage besteht und wie man eine Störung bemerkt.
- Glossar
Glossar: Mehrkammergrube, aerobe Reinigung, Grubenentleerung, Nachreinigung, Baugrunduntersuchung und Planung.
Worauf der Text beruht
- SP 32.13330 „Kanalisation. Außennetze und -anlagen“ (russisches Regelwerk)
- Russische Hygienevorschriften und -normen (allgemeine Bestimmungen)
- Betriebsanleitungen der Anlagenhersteller (allgemeine Hinweise)
Vorschriften, Anforderungen an Anlagen und Betriebsanleitungen werden von Zeit zu Zeit überarbeitet. Maßgeblich bleiben daher die Planung, die geltenden Regeln vor Ort und die Unterlagen Ihrer konkreten Anlage. Die Texte stützen sich auf russische Normen; in anderen Ländern gelten eigene Bau- und Hygienevorschriften, die Sie bei Ihrer Gemeinde oder Behörde erfragen sollten. Das Nachschlagewerk erklärt Aufbau und Entscheidungslogik, ersetzt aber weder Fachplaner noch Montagebetrieb oder Wartungsdienst.